Liebe Eltern!

 

Die Daten, die von jedem Schüler gespeichert werden sind der Vorname, der als Rufname dient, der Nachname, die Klasse, in die Ihr Kind derzeit geht und die Schule, in die Ihr Kind geht. Diese Daten werden auf einem sehr sicheren Server gespeichert, der vom bayerischen Kultusministerium betrieben wird. Da in der ASV (allgemeine Schulverwaltung) ebenfalls auf einem (anderen) Server des Ministeriums alle Informationen über Ihr Kind (Geburtsdaten, Eltern, Adresse, Telefonnummer, Hausarzt,...) gespeichert sind, sehe ich datenschutzrelevante Bedenken eher in der ASV als in einem System, das es Lehrern erleichtern soll, den Schülern eine Lernumgebung zu ermöglichen, in der sie eigenverantwortlich auch mal etwas mehr über Unterrichtsinhalte erfahren, an denen sie Interesse haben. So sind in der Mediathek ca. 13500 Medien (Filme, Bilder, Tonaufnahmen, Arbeitsblätter, Animationen) zu allen möglichen Themen (von der Induktion in Physik über den Thaleskreis in Mathematik bis hin zum Mauerfall in Berlin oder der Ebolaepidemie) kostenlos zur Verfügung gestellt. Diese Inhalte sind im Normalfall kostenpflichtig, da es CDs/DVD der Siemensstiftung oder Fernsehsendern, Bilder aus Zeitschriften oder Zeitungen, Tonaufnahmen aus Radiosendungen, Scans aus Staatsarchiven,... sind, die auch einem Copyright unterliegen. Dafür hat Bayern Lizenzgebühren bezahlt. Die Medien wurden dann in einer eigens in Auftrag gegebenen Lernumgebung passwortgeschützt ohne Eigenregistrierung von Außen eben nur den Schulen in Bayern zugänglich gemacht.

 

Die Lernplattform ermöglicht es uns Lehrern die eigenen zum Teil selbst entwickelten Arbeitsblätter, Musterklausuren, Fotos, Filme, uvm unseren Schülern ebenfalls in einem geschützten Raum zur Verfügung zu stellen, ohne Angst zu haben, dass Google-Suchroboter, Dropbox-Sicherheitslücken oder Facebook-Gruppen diese Materialien dem nicht geladenen Publikum zukommen lassen. Ich als Lehrer kann in Mebis natürlich verfolgen, wer das von mir eingestellte Material nutzt, aber nur dann, wenn der- oder diejenige eine Selbsttätigkeit in der Lernplattform ausübt (Tests, Forumsaktivität, Upload von Lösungen zu Arbeitsaufträgen), das sind in meinen Augen aber Elemente, die ich von meinen Schülern auch im Unterricht einfordere, wenn ich mit ihnen im Computerraum z.B. einen Grundwissenstest für Mathematik mache oder sie in den Physikübungen einen Fragebogen ausfüllen lasse. Wenn ich daraus ein Lernprofil meiner Schüler erstelle (falls ich mir wirklich die Arbeit machen will), dann nur, damit ich meine Schüler individuell fördern kann. Als Mebis-Kontaktlehrer bin ich Nutzerverwalter, d.h. ich habe die Briefe mit den Passwortdaten versehen und kann Schüler in andere Schulen oder von anderen Schulen zu unserem Mebis-Zugang "umziehen". Ich habe kein Interesse daran herauszubekommen, was Schüler XY gestern im Geschichtskurs von Herrn XY in Mebis gemacht hat und ich bezweifle, dass irgendein Mebis-Kontaktlehrer dieses Interesse verfolgt. Über mir gibt es dann noch die Administratoren, die alle Schüler, alle Lehrer, alle Kurse in Bayern verwalten, aber auch da bezweifle ich, dass sie diese hart erkämpfte Position nutzen, Lernprofile irgendeines Schülers an einer unbekannten Schule zu erstellen. Zudem würden die Mebis-Kontaktlehrer und Administratoren damit außerhalb ihrer Befugnisse agieren.

 

Im heutigen Zeitalter der Kommunikation hat jedes Smartphone durch die Standortdienste, Kontenverschmelzung und ständige Vernetzung mit Diensten wie Google ein detaillierteres Profil des Schülers erstellt, in dessen Besitz das Smartphone ist. Fast jede Aktivität in Google, Amazon, Ebay und Co. wird dazu missbraucht, diese Datensammlung zu Geld zu machen mit Werbung, Lockangeboten usw. Doch alle diese Plattformen sind öffentlich und damit ist die Datensicherheit oft spartanisch, der Datenschutz meist nicht wirkungsvoller als eine Schaufensterscheibe. Ich möchte keineswegs polemisch argumentieren, aber unsere Minimalerhebung von Daten OHNE Anbindung an kommerzielle Interessenvertreter (auch keine Verlage) stellt in meinen Augen keine Gefahr dar, wie Sie sie befürchten.

 

Ich persönlich bin ein technisch aufgeschlossener Lehrer und freue mich über diese Plattform, weil ich dann Ausreden wie "Das Arbeitsblatt hab ich verloren, deswegen konnte ich die Hausaufgabe von vor vier Tagen nicht machen" oder "Mein Computer ist gerade kaputt und auf dem Rechner meines Vaters ist kein Word/Powerpoint/Bilderviewer/... drauf, deswegen konnte ich die Datei nicht anschauen" nicht mehr hören werde, weil Mebis eben in der Lernplattform alles mitbringt und man nur noch Internet, einen Browser (im Idealfall mit Javaplugin und pdf-Plugin) und irgendeinen Computer (also auch das besagte Smartphone) benötige. Ich freue mich aber auch darüber, dass ich meine Materialien nicht mehr in Facebookgruppen an meine P-Seminare verteilen muss, meine Musterlösungen zu Klausuren nicht mehr in Dropbox einstellen und freigeben muss und meine Projektdateien aus Schülerprojekten nicht mehr als Notlösung auf unserer Schulhomepage zum Download einstellen muss. Ich biete schöne interaktive Lernumgebungen in Mebis, wie es Schüler sonst nur von kommerziellen Systemen oder Lernsoftware geboten bekommen, das ganze gibt es dann auch noch kostenlos.

 

Dass niemand die Katze gern im Sack kauft, der auch noch unaufgefordert vor der Tür liegt, ist mir klar. Auf der anderen Seite lernt man diese Plattform aber nur kennen und schätzen, wenn man sich mit dem Passwort einloggt und einfach mal stöbert in der Mediathek, ob nicht die von Lehrern ausgewählten Materialien schülergerechter sind als Wikipedia, Youtube und Google, also die Quellen, die für Referate und Frage-Antwortprozesse im Rahmen der Hausaufgaben genutzt werden, die aber eben mehrheitlich Profile erstellen und füttern (Wikipedia nehme ich natürlich aus).

 

Ihr Daniel Mork

Informationen zu Mebis: Vortrag von Hr. Mork vom 10.12.2014
Vortrag_Hr. Mork_10_12_2014.pdf
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